Gesundheitsvorsorge
Unsere Ratten sind zwar nicht aus Zucker aber dennoch gibt es einige typische Erkrankungen die mehr oder weniger häufig vorkommen.
Im Anschluss findet Ihr eine kleine Auflistung der wichtigsten Erkrankungen und einen kleinen Gesundheitscheck zum besseren erkennen von Krankheiten.
Gesundheitscheck – wie erkenne ich ein gesundes Tier:
- Die Augen müssen klar und frei von Ausflüssen sein
- Die Nase sowie alle anderen Körperöffnungen dürfen nicht verklebt sein und ebenfalls keine Ausflüsse haben.
- Die Ohren sollen sauber und ohne „Pickel“ sein
- Das Fell muss sauber, glatt (mit Ausnahme von best. Qualzuchten welche ein gelocktes Fell haben) und ohne Krusten sein
- Die Pfoten müssen alle Zehen aufweisen ohne Verletzungen ,Schwellungen und Rötungen
- Die Ratte sollte als ganzes munter und neugierig sein. Eine Veränderung des Verhaltens deutet oft auf eine Krankheit hin.
Krankheiten:
Atemwegserkrankungen:
Ratten sind sehr empfindlich was ihre Atemwege anbelangt.
Hier ist Vorbeugung die Beste Medizin!
- Achten Sie darauf das der Käfig der Tiere nicht in der Zugluft steht. Das kann man mit Hilfe einer Kerze ganz einfach testen. Einfach eine Kerze vor den Käfig stellen- ohne Zugluft bewegt sich die Flamme nicht.
- Auch ist von staubigen Einstreu abzuraten da dies die empfindlichen Atemwege sehr leicht reizen kann.
Sollte es jedoch dennoch passieren das eine Ratte zu niesen oder gar röcheln beginnt - bitte SOFORT einen Rattenkundigen Tierarzt aufsuchen. Ein Schnupfen ist bei Ratten leider sehr schnell eine Lungenentzündung und kann tödlich enden.
Tumore Tumore sind immer noch weit verbreitet unter den Ratten- allerdings stirbt nicht jede Ratte an einem Tumor wie weitläufig oft angenommen wird.
Einen Tumor erkennt man an einem „Knoten“ unter der Haut- ob diese gut- oder bösartig sind kann an nur nach einer Gewebeuntersuchung des entfernten Tumores feststellen.
Die meisten Tumore können aber sehr gut operativ entfernt werden!
Wichtig hierbei ist auch das der Tierarzt damit Erfahrung hat und im Idealfall eine Inhalationsnarkose verwendet.
Sollte ein Tumor aus welchen Gründen auch immer nicht entfernt werden können, kann das Tier dennoch noch eine relativ lange Zeit damit leben - je nach dem wie schnell er wächst.
Eine regelmäßige Kontrolle ist aber dann unumgänglich. Bitte denken Sie immer vorrangig an das Wohl des Tieres. Sicher ist es schwer ein geliebtes Tier gehen zu lassen - aber fragen Sie sich immer ob es noch lebenswert ist.
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Abszesse
Ein Abszess entsteht durch das eindringen von Bakterien in eine Wunde (z.b nach einer Operation, nach Bissen oder anderen Verletzungen) . Dann bildet sich Eiter in der Wunde und man spürt einen „Knoten“ unter der Haut.
Bei stark fortgeschrittenen Abszessen kann man von außen schon den Eiter riechen!
Ob es sich bei einem Knoten um einen Abszess oder einen Tumor handelt , kann ein Tierarzt feststellen. Meist wird ein Abszess geöffnet und muss mehrmals gespült werden.
In beiden Fällen gehört das Tier in tierärztliche Behandlung.
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Milben/Haarlinge
Bei Ratten kommen am häufigsten Räude- , seltener Grab- und Pelzmilben vor. Sie siedeln sich meist unter dem Kinn, auf dem Nasenrücken und im Gesicht an, im weiteren Verlauf auch an den Schultern, am Rücken und an den Flanken. Es gibt auch eine Milbenart, die sich zuerst bevorzugt in und an den Ohren ansiedelt (die Ohren sehen dann sehr schorfig und teilweise kaputt aus). Diese Parasiten ernähren sich von Hautauscheidungen und sind mit bloßem Auge kaum zu erkennen.
Haarlinge verbreiten sich auf den gleichen Gebieten, bevorzugt auch im Afterbereich und sind als kleine weiße oder schwarze Würmchen zu erkennen.
Sollte sich eine Ratte häufig kratzen und/oder Krusten im Fell oder „Pickel“ an den Ohren haben ist ein Befall mit Milben sehr wahrscheinlich.
Die Behandlung von Milben ist durch Spot on Produkte relativ einfach.
Jedoch sollten alle im Rudel lebenden Tiere behandelt werden , das Streu ausgetauscht und Holz/heu Einrichtung entfernt oder im Backrohr „desinfiziert“ werden. Auch der Käfig muss vollständig gereinigt werden.
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Bumblefoot
Wunde geschwollene rote Fußballen können ein "Bumblefoot" sein. Hierbei handelt es sich eigentlich auch um Abszesse, die durch Kleinstverletzungen (z.B. durch harte, pieksende Einstreu) im Ballen entstehen können.
Die Ratte gehört umgehend zum TA, da sie durch die wunden Füße Schmerzen hat; ggf. muss ein Schmerzmittel verabreicht werden. Es ist darauf zu achten, dass sie ständig auf trockenem Untergrund läuft, am besten nur auf Küchenpapier/Zeitung, welche ggf. mehrmals täglich gewechselt werden muss. Der Schlafplatz sollte ebenfalls gut ausgepostert sein
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Schiefköpfigkeit
bei Ratten geht meist einher mit Gleichgewichtsstörungen. Ursache kann eine Schädigung des Innenohrs, eine Mittelohrentzündung, nicht behandelte am Kopf sitzende Abszesse oder auch ein schlecht sitzender entzündeter Zahn sein. Auch ein Schlaganfall oder ein Gehirntumor kann die fehlende bzw. gestörte Motorik, also einTorkeln oder Umkippen, auslösen.
Ein rechtzeitiger Gang zum TA und die Gabe von z.B. einem geeigneten Antibiotikum oder anderen Medikamenten kann ein Stagnieren, manchmal sogar eine Verbesserung einbringen. Eine hohe Vitamin B Gabe ist anzuraten, da diese für die Stärkung der geschädigten Nerven sorgen.
Die geschädigte Ratte fällt durch die schiefe Haltung des Kopfes auf.
Meist ist sie einseitig in ihrer Motorik beeinflusst, kippt auf dieser Seite, gerade wenn sie abwärts geht oder torkelt z.B. beim Putzen.
Auch eine so beeinträchtigte Ratte kann noch monatelang bis an ihr Lebensende gut unter ihren Artgenossen weiterleben, solange sie selbständig ihr Futter aufnehmen und sich putzen kann.
Grundvoraussetzung ist natürlich, dass die Ratte entsprechend tierärztlich und mit Medikamenten versorgt ist.
Es ist aber darauf zu achten, das die Käfigeinrichtung so gebaut ist, das die Ratte nicht tief (mehr als 20 cm) abstürzen kann. Hohe und steile Klettermöglichkeiten am Gitter sollen ebenfalls vermieden werden. Auch beim Freilauf sollte auf Gefahren geachtet werden, da diese Ratten immer wieder versuchen werden, hohe Entfernungen zu erklettern und sich dabei schnell überschätzen.
Sollte die Ratte sich nicht mehr selbständig ernähren oder putzen können und sich nur noch völlig unkontrolliert im Kreise drehen, sollte dennoch überlegt werden, das Tier zu erlösen. -nach oben-
Rötlicher Nasen- / Augenausfluss
Gerade bei den hellen Ratten fällt es schnell auf, rötlicher Nasenausfluß und "Tränen", rotverfärbte Stellen im Fell oder auch rote Spritzer im Schlafhaus oder rötlich verfärbtes Nistmaterial. Schnell denkt man an Blut.
Tatsächlich handelt es sich um ein normalerweise klares Sekret, welches in Drüsen (Harder`sche Drüse) im Augenbereich gebildet wird.
Meist schon am Beginn einer Erkrankung, das kann eine Erkältung, aber auch jede andere Krankheit sein, wird die Produktion anstatt eines klaren Sekretes auf ein rötliches umgestellt.
Das kann dann aussehen, wie rote Tränen. Zwischen Augen und Nase gibt es, wie beim Menschen auch, einen Verbindungskanal, durch den das Sekret durch die Nase abfliessen kann.
Man denkt erstmal an "Nasenbluten".
Durch gegenseitiges Putzen oder aneinander gekuscheltes Schlafen kann dieses Sekret dann im Fell verrieben werden, wo es sehr schnell gerade bei hellfarbigen Ratten auffällt. Oft sind auch bedingt durch das Niesen der Ratten, rote Spritzer an den Innenwänden der Schlafhäuser zu sehen. Nach Auskurierung der Erkrankung (genau beobachten - ggf. erneuter Tierarztbesuch) kann sich die Produktion wieder auf ein klares Sekret umstellen, oft aber bleibt die Bildung des rötlichen Sekrets ein Leben lang bei, weil sich vielleicht ein bleibender chronischer Schaden, z.B. eine eingeschränkte Atemwegsfunktion, gebildet hat, oder ein durch eine Infektion vorhandener Virus sich immer noch im Körper der Ratte befindet.
Das muß nicht unbedingt besorgniserregend sein, doch sollte man das Tier immer gut beobachten. Sobald sich knackende oder andere ungewöhnliche Atemgeräusche oder eine flache, schnelle oder unregelmäßige Flankenatmung einstellen, sollte die Ratte sofort dem Tierarzt vorgestellt werden, um eine Verschlimmerung der Atemwegserkrankung mit evtl. späterer Atemnot zu vermeiden -nach oben- |